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Chronik des Amtsgerichts Leer

Das Gebäude an der Wörde, in dem sich heute noch Diensträume des Amtsgerichts Leer befinden, wurde vor dem Jahre 1752 erbaut.

Im Jahre 1819 wurde das heutige Dienstgebäude von den Erben des Barons von Rheden für das königliche Amt erworben.

Das Amtsgericht Leer wurde, wie alle Amtsgerichte im früheren Königreich Hannover, am 1. Oktober 1852 eingerichtet. Vor diesem Zeitpunkt wurde die Gerichtsbarkeit durch die "Ämter" ausgeübt. Eine Gewaltenteilung im heutigen Sinne gab es nicht, obwohl in den Ämtern jeweils zwei Amtspersonen angestellt werden sollten, von denen sich "die eine hauptsächlich mit der Landesverwaltung, die andere sich mit Justizsachen beschäftigen sollte".

Seit 1864 wird das Dienstgebäude nur vom Amtsgericht Leer benutzt, nachdem in diesem Jahre die Verwaltung in ein anderes Gebäude umsiedelte.

Das Amtsgericht Leer umfasste bis 1879 die Stadt und das Amt Leer mit ca. 17.000 Einwohnern. 1879 kam der Bezirk des "Königlichen Amtsgerichts Stickhausen" hinzu, der die Ämter Stickhausen und Remels umfasste. Das Amtsgericht Stickhausen war 1874 abgebrannt. Das Amtsgericht Leer war nun mit 46.000 Einwohnern das größte Gericht in Ostfriesland.

In den Jahren 1896/97 wurde der Anbau an der Nordseite errichtet. Bei dieser Gelegenheit wurde das Amtsgericht dann auch an das Wasserleitungsnetz angeschlossen.

Im Jahre 1902 wurde das Gerichtsgefängnis Leer vergrößert.

Nach langen Bemühungen wurde 1913 die Petroleumbeleuchtung abgeschafft und der Anschluss an das elektrische Stromnetz vorgenommen. Die Beleuchtung war trotzdem sparsam und bescheiden.

Das Dienstgebäude hat den Krieg überstanden, die Schäden waren nur gering, so-dass der Dienstbetrieb im Oktober 1945 wieder aufgenommen werden konnte.

Die Vertreibung deutscher Menschen aus den Ostgebieten hatte eine erhebliche Zu-nahme der "Gerichtseingesessenen" zur Folge. Ihre Zahl stieg von ca. 67.000 im Jahre 1933 auf 90.000.

Im Jahre 1959 wurde das Gerichtsgefängnis aufgehoben, um einem dringend erfor-derlich gewordenen Erweiterungsbau für das Amtsgericht zu weichen, der 1960 fertiggestellt wurde.

Nachdem am 1. Januar 1972 der Bezirk des Amtsgerichts Weener aufgenommen ist, umfasst der Bezirk des Amtsgerichts Leer inzwischen den gesamten Landkreis mit Ausnahme der Insel Borkum.

Durch den in den Jahren 1976/78 errichteten Erweiterung und den teilweisen Umbau des Dienstgebäudes können wieder alle Abteilungen des Amtsgerichts Leer unter einem Dach ihre Aufgaben in der Rechtspflege erfüllen. Anfang der 70er-Jahre musste das Grundbuchamt vorübergehend aus Platzmangel in die Athen’sche Mühle ausquartiert werden.

Bearbeitet von JAI a. D. Wilfried Heikens, Amtsgericht Leer

anlässlich des Tages der offenen Tür am 25. September 1999

Handgeschriebenes altes Grundbuch

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